Geld verdienen mit Social Media: Wie Influencer arbeiten 

Berufswunsch: Influencer. Fotos und Videos teilen und damit Geld verdienen – klingt verlockend. Aber: Geht das wirklich so einfach? Und ist der Beruf der Influencer wirklich ein Traumberuf? 

Diese Fragen kann am besten eine Influencerin selbst beantworten: Prinzessin Jasmin. Jasmin Lehmann aus dem Saarland versorgt ihre 181.000 Follower mit Content rund um Ernährung und Fitness – täglich. Und das seit 2012. 

Mittlerweile wurde aus der Prinzessin eher eine „Maschine“. Sie zeigt selbst, wie aus einem zierlichen Mädel eine Muskel-Frau wird. Plus 15 Kilo – gewollt. 

Hauptberuflich als Content Creator arbeitet Jasmin seit fünf Jahren. Vorher im Angestelltendasein hat sie 2019 die Entscheidung getroffen, ganz auf Social Media zu setzen – und Geld mit Content zu verdienen. 

Wie macht sie das? 

1. Die Resonanz entscheidet.

        Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Resonanz. Auf Instagram bedeutet das, täglich mehrere Storys zu posten, einen Feed-Post oder Reel zu veröffentlichen,  private Nachrichten und Kommentare unter Posts zeitnah zu beantworten. Sie weiß: Die Produktion eines zehn Sekunden-Reels kann gerne mal bis zu fünf Stunden dauern.

        2. Posten, was das Leben hergibt. 

        Egal ob privat, persönlich oder beruflich. Jasmins Geheimrezept lautet: posten, posten und posten. Sie sagt: Teile das, was Dein Leben hergibt – und die Nutzer werden folgen. Vor allem dann, wenn Du authentisch bist. Mögen deine Follower Dich und Deine Persönlichkeit, wirst Du gut ankommen. Beachte dabei: Dein Content sollte auch Mehrwert bieten. Behalte immer die Frage im Hinterkopf: Welche Interessen und Anliegen haben Deine Follower? 

        3. Work-Life-Balance: Was ist das? 

        Ein Arbeitstag als Creator hat keine acht Stunden. Nein. Es sind vierzehn bis fünfzehn Stunden am Tag. Von einer Balance keine Spur. Arbeit und Freizeit laufen ineinander über. Wir nennen es Work-Life-Blending. Und das heißt auch: Jasmin nimmt sich ganz bewusst Auszeiten, damit der Kopf abschalten kann. Oft ist nicht die Arbeit das Anstrengende, sondern dass der Kopf nicht alles verarbeiten kann. 

        4. Was möchte der Algorithmus? 
        Wie oft ein Post angezeigt wird, wo es im Feed erscheint und wem es angezeigt wird, entscheidet nicht ein Mensch, sondern eine Technologie. Und diese Technologie legt Präferenzen fest. Aktuell hat sie einen Faible für sehr kurze Reels: ein drei bis fünf Sekunden-Video mit einem Hook. In der Caption wird der Mehrwert beschrieben, zum Beispiel in Form eines Ratgebers.

        Der Algorithmus registriert dabei, ob ein Video bis zum Ende geschaut wird. Und was heute gut funktioniert, kann morgen schon hinfällig sein.

        Jasmin selbst hat sich mit diesem Wissen ein Geschäftsmodell auf drei Säulen aufgebaut.

        Erstens wird sie von Unternehmen für Reels, Storys und Beiträge bezahlt. Die Höhe richtet sich nach der Reichweite ihres Kanals.  Zweitens präsentiert sie als Kooperationspartnerin Produkte – man könnte es in der Marketing-Sprache auch Product Placement nennen. Und drittens hat sie über ihren Kanal ein Coaching-Programm für Frauen aufgebaut, in dem es um Ernährung, Fitness und Gesundheit geht.

        Sie hat mir noch einige Tipps mehr verraten – und zwar in meinem Podcast #KommunikationsPuls. Zu hören hier.

        Wie ein Investigativ-Journalist die Kommunikation von Unternehmen sieht

        Business Insider ist ein digitales Wirtschaftsmagazin. Die Marke kommt aus den USA, der Axel Springer-Verlag hat quasi den deutschen Ableger gekauft – und beschäftigt in Berlin Journalisten, die Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringen. Im Team „Impact“, also in einem speziellen Recherche-Team für besondere Themen ist Tobias Fuchs beschäftigt. Als Investigativ-Journalist ist er tagtäglich mit Unternehmen in Kontakt.

        Er sagt: „Der größte Fehler von Unternehmen ist es, nicht mit Journalisten zu sprechen.“ Meistens nämlich kommt er selbst in besonderen Momenten zu den Unternehmen – bei Enthüllungen und kuriosen Rechercheergebnissen. In der Regel sind Unternehmen nicht darauf vorbereitet – und sagen lieber nix. Sie überlassen die Deutungshoheit damit anderen.

        Er sagt auch, wie wichtig es ist, einem Journalisten bei der Recherche zu helfen. Früher oder später findet er es ohnehin raus. Deshalb darf es als vertrauensbildende Maßnahme angesehen, frühzeitig mit ihm zusammen zu arbeiten. Gerade in einer Krisensituation gilt dies umso mehr. Abzutauchen und zu hoffen, dass alles vorüber geht, kann kurzfristig funktionieren. Langfristig definitiv nicht.

        Deshalb gibt es in der politischen Kommunikation die Faustregel „unter Drei“. Das bedeutet, dass eine Information nur für den Hinterkopf des Journalisten ist. Damit er ein Thema besser versteht. Aufschreiben darf er es nicht.

        „Unter Zwei“ bedeutet, der Journalist darf die Information verwenden – aber ohne Nennung der Quelle. Die Formulierung lautet dann: „Wie aus dem Umfeld des Vorstands zu hören war…“. 

        „Unter eins“ ist dann die Freigabe des Gesprächs und der Information zur Berichterstattung.

        Diese Grundregel sollten nicht nur Journalisten kennen, sondern auch Unternehmer. 

        Darüber hinaus nennt Tobias Fuchs folgende drei Tipps für Unternehmen: 

        1. „Zeigen Sie sich, präsentieren Sie sich. Ob Social Media oder nicht – Offenheit wird eine Tugend.“ 

        2. „Keine Angst vor Journalisten. Seien Sie auch hier offen. Sprechen Sie mit Journalisten und scheuen Sie keine Kontakte.“

        3. „Suchen Sie sich in Krisensituationen professionelle Hilfe. Innerhalb eines halben Tages kann alles schief gehen, wenn man sich damit nicht auskennt.“ 

        Was er noch zur Zukunft der Unternehmenskommunikation sagt, hören Sie in der Episode #13 des Podcasts KommunikationsPuls.

        Deutschland: Vom Industriestandort zum Museum

        Er ist ein streitbarer Zeitgenosse. Schon immer. Das war er schon in der FDP und ist es auch jetzt in der ÖDP. Er hat im Zuge einer miesen Kampagne seinen Doktortitel verloren - unmittelbar nach Theodor Freiherr zu Guttenberg und Silvana Koch-Mehrin. Heute ist Jorgo Chatzimarkakis CEO des europäischen Wasserstoffverbands in Brüssel – und war sofort dabei. Nämlich bei der Premiere der Fuckup Night für die Demokratie im Saarland.

        Sein größter Fehler war demnach, nach seinem politischen Aus in Deutschland für eine Partei in Ost-Kreta zu kandidieren – die er selbst gegründet hatte. Er setzte alles – und musste letzten Endes sein Haus im Saarland verkaufen, um die Schulden aus dem Wahlkampf zu begleichen.

        In meinem Podcast über Fehlerkultur, den Umgang miteinander und den Zustand Deutschlands bezieht Chatzimarkakis klare Positionen. 

        Er erzählt, wie er aus Brüssel die Lage Deutschlands wahrnimmt. Er sagt: "Deutschland entwickelt sich vom Industriestandort zum Museum." Er vergleicht sein Land (doppelte Staatsangehörigkeit) mit seiner Heimat Griechenland. Das sei auch ein schönes Museum geworden.

        Ein Grund für den Niedergang Deutschlands seien die elenden ethischen Debatten hierzulande. Viel zu oft stehe nicht mehr das Sachliche, also das Relevante im Vordergrund. Es gehe nicht mehr um die Weiterentwicklung des Landes, sondern um Empörungswellen: Dürfen wir das? Dürfen wir einen wirtschaftlichen Aufstieg haben? Dürfen wir Verbrenner-Motoren fahren?

        Er erlebe aus Brüssel, wie Deutschland in Zeitlupe nach und nach immer mehr seine Wirksamkeit verliert. Die Deindustriealisierung schreitet voran.

        Es brauche gerade in dieser Zeit Politiker, die vorangehen. Die Rolle hätte der Kanzler, der aber das macht, was er am besten kann: abtauchen. Die Rolle hätte vor allem aber der Bundespräsident. "Wo ist der Erklärbär?", fragt Jorgo. Antworten finden Sie im Podcast - in nur 30 Minuten: KommunikationsPuls #12.

        Familie auf Weltreise: „Wenn Du alles machst, machst Du nichts“

        Wir packen unseren Koffer und nehmen mit: unsere drei Kinder, unsere Laptops und ein wenig Erspartes. Das denken sich auch Kathrin und Stefan Leichsenring, als sie 2017 aufbrechen, um die Welt zu bereisen. Mittlerweile hat die Familie, die auf Instagram unter dem Namen @familieaufweltreise bekannt ist, 43 Länder besucht. Und ein wenig sesshafter sind sie auch geworden: Kathrin, Stefan und die Kinder sind mittlerweile auf Zypern zuhause. 

        Die Vorstellung, die Welt zu bereisen, ist verlockend. Monate, wenn nicht sogar Jahre unterwegs zu sein, neue Kulturen zu erfahren und zu sich selber finden – alles schön und gut. 

        Aber wie finanziert man eine solche Tour? Das ist die Frage, die dem Paar am meisten gestellt wird. Die Antwort lautet: arbeiten. Nur eben anders. Wobei, so anders auch nicht: Das Paar hat ein Familienunternehmen gegründet. Sie arbeiten ortsunabhängig: Alles, was sie brauchen, ist eine stabile Internetverbindung.

        Es gibt viele Möglichkeiten im Internet Geld zu verdienen. Erfolgreich werden aber Menschen, die eine Nische bedienen, denn: „Wenn Du alles machst, machst Du nichts.“ In welcher Nische die Leichsenrings unterwegs sind?

        Kathrin ist ausgebildete Physiotherapeutin und Personal Fitness Trainerin. Sie bietet hochpreisige Online-Kurse an und hilft Menschen ihre persönliche Bestform zu erreichen. Stefan macht all das, was dahintersteckt. Die Expertise als Physiotherapeutin gepaart mit individuellen Trainingsplänen und Kursen macht das Unternehmen der Familie zum damaligen Zeitpunkt zu etwas Besonderem. 

        Wie das in Familienunternehmen so ist, bestimmt das Unternehmen selbst den Alltag der Familie. Das Paar hat nach und nach den besten Weg für sich gefunden, Familie und Arbeit zu vereinen. Management ist das Stichwort. 

        Das sind die Tipps von Kathrin und Stefan:

        1. Tools nutzen. Tools verstehen.

        Tools erleichtern ihnen das Leben – meistens zumindest. Unabhängig davon, welches Tool am besten zum Unternehmen passt, das herauszufinden braucht Zeit. Wichtig ist, dass alle im Unternehmen die Hilfswerkzeuge verstehen und bedienen können.

        Einfach und effektiv für sie sind themenspezifische WhatsApp-Gruppen. Obwohl nur Stefan und Kathrin kommunizieren, haben sie für jedes Thema eine eigene Gruppe eingerichtet. So finden sie schneller ihre Absprachen wieder.

        1. Kompetenzbereiche stärken.

        Jeder im Unternehmen soll das machen, was er oder sie am besten kann. Die Ergebnisse werden besser, die Zufriedenheit steigt. Es gilt: Stärken stärken. Deshalb ist Kathrin quasi vor der Kamera unterwegs, Stefan eher dahinter.

        1. Sonnenstrahlen ins Leben lassen.

        Eine Work-Life-Balance zu schaffen ist als Unternehmer nahezu unmöglich. Und trotzdem ist es wichtig, abzuschalten. Ein Spaziergang am Strand oder Quality-Time mit den Kindern. Dazu gehört auch, alleine etwas zu machen – ohne Partner und Kinder. Dazu haben die Leichsenrings fixe Termine im Kalender eingetragen.

        Die Familie auf Weltreise vermarktet ihre Online-Kurse über Social Media, hauptsächlich über Instagram. Instagram bietet Unternehmen vielseitige Marketingaktivitäten, um ihre Marke zu stärken, neue Kunden zu gewinnen und den Umsatz zu steigern. Wichtig dabei ist: Geh mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit. Was Kathrin und Stefan im Laufe der Zeit gelernt haben:

        Mit provokativen Überschriften, zweideutigen Hooks und polarisierenden Aussagen fangen sie die Aufmerksamkeit. Denn die Spanne ist kurz. Nutzer werden mit Informationen überflutet. Es braucht kontroverse Themen. Sie generieren Nutzer, Views und Likes.

        Außerdem gilt: 

        Es ist wichtig, mit Wertschätzung und Anerkennung Menschen entgegenzutreten. Auch im digitalen Raum. Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Auch hier gilt die Netiquette. Mache Dir die Kraft Deiner Aussagen bewusst. 

        Die Feeds werden von Algorithmen gesteuert. Es ist wichtig Bewusstsein sowie Verständnis für soziale Medien zu schaffen – auch für die nächsten Generationen. Wie funktionieren die Mechanismen dahinter? Was wissen wir über Algorithmen und ihre Arbeitsweise?

        Als Produzent von Nachrichten stellt sich immer wieder die Frage: Welchen Mehrwert bringt der Inhalt den Nutzern? Wer erfolgreich werden sein, hebt sich von der Masse ab. Welchen Nutzen kann er geben? 

        Kathrin und Stefan Leichsenring zeigen uns: Erfolg und Glück sind nicht an Schreibtische gebunden. Ihre Freiheit ist Verpflichtung zugleich – nämlich sich stetig weiterzuentwickeln und am Puls der Zeit zu bleiben. Egal in welchem Land.

        Was die @familieaufweltreise noch zu erzählen hat, findet Ihr in der Folge #11 meines Podcasts KommunikationsPuls – überall dort, wo es Podcasts gibt.

        Kommunikationskompetenz: Die Führungskräfte der Zukunft sind Coaches

        Emotionen – kennen wir alle. Fühlen wir alle: Spüren wir Liebe, merken wir es in der Brust. Haben wir Angst, zieht sich der Bauch zusammen. Emotionen sind Reaktionen im Körper, die Verhalten, Denken und Handeln prägen. Aber über Emotionen spricht nicht jeder gerne – auch die meisten Führungskräfte nicht. Eine fatale Entwicklung: Setzt der Mensch sich mit seinen Emotionen langfristig nicht auseinander, wird er krank. Wie können sich Führungskräfte mit ihren Emotionen befassen?

        In Folge #10 meines Podcasts „KommunikationsPuls“ habe ich mit Marc Chapoutier über Emotionen gesprochen. Er ist Coach und ausgebildeter Experte für Emotionen.

        Führungskräfte haben natürlich auch Emotionen. Aus der Erfahrung wissen wir, dass Angst oft ein ständiger Begleiter ist: Machen wir genug Umsatz? Erreichen wir unsere Ziele? Kann ich meine Mitarbeiter halten? 

        Die Sorgen und die Ängste der Führungskräfte bieten den perfekten Nährboden für Stress. Wer sich nicht bewusst mit Stress auseinandersetzt, bei dem steigt das Risiko für eine Depression. Eine Depression wiederum kann eine Sucht zur Folge haben. Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte lernen mit Emotionen umzugehen. 

        Die Führungskräfte der Neuzeit sind Coaches. Sie geben den Rahmen vor. Sie stellen die Leitplanken. Dazwischen ermöglichen sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Entwicklung, Entfaltung und Wachstum.

        Während die Bedeutung der Fachkompetenz sinkt, weil Wissen überall zugänglich ist, sind folgende Kompetenzen essentiell für eine nachhaltig gute Führung: 

        1. Soziale Kompetenz:

        Begegnen Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Augenhöhe. Vor allem die jüngeren Generationen möchten wertgeschätzt und nicht mehr von oben gesteuert werden. „Ich bin der Chef!“ ist aus der Mode gekommen.

        1. Emotionale Intelligenz:

        Nehmen Sie die Emotionen und Reaktionen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr – verbal und non-verbal. Suchen Sie Blickkontakt, wenn sie mit Ihnen reden. So können Sie auf ihre Worte Reaktionen zeigen. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Resonanz. Auf eine Frage folgt eine Antwort. Das ist die Grundlage des Zusammenlebens.

        1. Kommunikationskompetenz:

        Durch Resonanz-Aussagen können Emotionen entkräftigt werden: Sprechen Sie  Auffälligkeiten an. Beachten Sie: Botschaften können triggern. Die Form der Ansprache ist entscheidend: Ich-Botschaften helfen Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

        Emotionen werden nicht im Kopf gesteuert, sondern im Bauch. Wir reden vom berühmten Bauchgefühl. Hören Sie darauf. Jeder von uns hat einen Kompass. Manchmal muss er neu justiert werden. Aber in den meisten Fällen gibt er uns recht.

        Wenn das Vertrauen in die Regierung fehlt

        Die Zustimmungsrate für politische Entscheidungsträger sinkt weiter. Das ist das Ergebnis des Edelman Trust Barometers, das jährlich das Vertrauen in die Institutionen NGOs, Unternehmen, Regierungen und Medien untersucht. Es beleuchtet Veränderungen in 28 Ländern und Regionen – und die Einstellungen der Menschen.Seit der Pandemie sind die Entwicklungen bedenklich. Dieses Jahr geht die Studie der Frage nach, wer die Gesellschaft dazu bringen kann, Innovationen zu akzeptieren.

        Die Antwort vorweg: Unternehmen und ihre Führungskräfte. Die Regierung nicht.

        63 Prozent der 32.000 Befragten trauen Staatsoberhäuptern nicht zu, die Wahrheit zu sagen. Und zwar: absichtlich nicht die Wahrheit zu sagen. Schlechter schneiden nur Journalisten und Reporter mit 64 Prozent ab. Das kann für unsere Welt nicht gesund sein. Zudem zeigt die Erhebung, dass dem politischen System auch die Fachexpertise für Innovationen abgesprochen wird.

        Laut Barometer genießt die Wirtschaft mit 66 Prozent das höchste Vertrauen in Sachen Innovation. Ihr wird am ehesten zugetraut, Innovationen in die Gesellschaft zu tragen und sicherzustellen, dass diese für die Öffentlichkeit verständlich, nützlich und zugänglich sind. Unternehmer sind also Treiber und Partner des Wandels. 

        Es liegt jetzt an den Unternehmen: 

        1. Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik. Innovationen die in die Gesellschaft getragen werden, sollten reglementiert werden. Allerdings glauben mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Befragten, dass die Regierung dafür nicht versiert ist. Nur zusammen mit der Wirtschaft ist es möglich, Innovationen wirksam zu regulieren. Wirtschaftsbosse, engagiert Euch politisch!
        2. Hört der Gesellschaft zu. Das Vertrauen ist auf der Seite der Wirtschaft. Die Führungskräfte sollten die Bevölkerung an die Hand nehmen, ihr die Veränderungen erklären und sie so durch das Change Management führen. Führungskräfte, seid offen für Fragen!
        3. Übernimmt Verantwortung. In Zeiten, in denen dem politischen System Jahr für Jahr das Vertrauen immer weiter entzogen wird, braucht es andere stabilisierende Kräfte in der Demokratie. Wirtschaftsbosse und Führungskräfte, erhebt die Stimme und meldet Euch auch politisch zu Wort. Nehmt öffentlich Stellung zu den Herausforderungen in der Arbeitswelt. Sprecht über die Arbeitsplätze, die durch Innovationen gefährdet sind. Seid transparent!

        Die Studie beleuchtet noch deutlich ausführlicher den Zustand unserer Gesellschaft. Wer die ganze Studie lesen möchte:  https://www.edelman.com/trust/2024/trust-barometer

        Trivial und vernetzt: Unsere Lehren aus dem abgelaufenen Jahr

        Ich verzichte bewusst auf Begriffe wie Digitalisierung, Globalisierung und Kriege. Ich stelle nur fest: Das Jahr 2023 war für mein Umfeld anstrengend. Sehr anstrengend. Alle Unternehmen, mit denen ich zu tun habe, hatten Turbulenzen. Mal mehr, mal weniger. Ich stelle mir deshalb die Frage: Was eint sie? Hier kommen Antworten:

        1. Sichtbarkeit: Viele Unternehmen waren bislang nicht auf dem Radar. Gerade Familienunternehmen kennen das: Sie sind dazu da, ihre Arbeit zu machen. Lieber unterm Radar bleiben. In Zeiten fehlender Arbeitskräfte allerdings reicht das nicht mehr. Unternehmen müssen auf das Radar. Instagram-Posts alleine reichen dafür nicht mehr. Wir haben deshalb aus den Bedürfnissen heraus die ABERTO-Formel entwickelt.
        2. Interne Kommunikation: Wer sagt wem was und wann – und vor allem: wie viel? Die Frage nach dem „Wie sage ich es den Mitarbeitern“ ist zu einer großen Herausforderung geworden. Es braucht neue Formate, neue Ansprachen – und zwar zielgruppengerecht. Mitarbeiter ist nicht mehr gleich Mitarbeiter. Deshalb entwickeln wir gemeinsam neue Formen der internen Kommunikation.
        3. Führungskommunikation: Mentoren und Wegbegleiter gaben mir dieses Jahr mit auf den Weg: Die größten Probleme erleben sie in Unternehmen auf der Führungsebene. Sie kaufen Externe ein, um Veränderungen herbeizuführen, wollen sich aber selbst nicht verändern. Darüber denke ich seither nach. Es braucht in der Führungskommunikation ein next level. Das hat 2023 gezeigt.
        4. Trivial: Ich stelle fest, dass in den meisten Unternehmen oft der große Wurf gesucht wird – aber meistens die einfache Lösung die sinnvollere ist. Es muss nicht immer höher, schneller, weiter sein. Im Fußball würde man sagen: Spiel den einfachen Ball. Wir sollten uns nochmals auf das Wesentliche konzentrieren – und auf das, was wir ohnehin schon können. Es darf trivial sein.
        5. Vernetzt: Die Welt driftet immer weiter auseinander. Dabei brauchen wir mehr Miteinander füreinander. Mehr Zusammenarbeit. Mehr Vernetzung untereinander. Ganz deutlich geworden ist das bei der Premiere unseres Kongresses „New Waves Saar“ – weshalb wir die zweite Auflage folgen lassen. Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Professionen zusammenzubringen. Auch das ist uns 2023 bewusst geworden.

        Mir persönlich ist im fast abgelaufenen Jahr klar geworden, dass der verstorbene Psychologe Viktor Frank sowas von Recht hat: „Jedes Wie ist ertragbar, wenn das Warum groß genug ist.“ Das fehlt in vielen Kommunikationsmaßnahmen oft gänzlich. Ich will es mir zur Aufgabe machen, den Satz häufiger in die Welt zu tragen.

        Die Fünf-Satz-Struktur: Klar und zielgerichtet kommunizieren

        In meiner täglichen Arbeit begleiten wir diverse Führungskräfte, formulieren mit ihnen Botschaften, schreiben Reden und entwerfen Postings für soziale Netzwerke. Wir nutzen dabei verschiedene Methoden. Eine davon ist die Fünf-Satz-Struktur. 

        Die Struktur sieht in der Regel folgendermaßen aus:

        1. Einleitung: Hier wird das Thema oder die Fragestellung vorgestellt.
        2. Begründung oder Argument 1: Der wichtigste Punkt oder das stärkste Argument wird präsentiert.
        3. Begründung oder Argument 2: Ein weiteres Argument oder ein unterstützender Punkt wird vorgebracht.
        4. Begründung oder Argument 3: Ein drittes Argument oder ein zusätzlicher unterstützender Punkt.
        5. Zusammenfassung oder Fazit: Eine abschließende Zusammenfassung oder ein Fazit wird gezogen, das die vorgebrachten Argumente zusammenfasst und den Hauptpunkt unterstreicht.

        Durch diese Struktur wird die Äußerung klar und verständlich, was in vielen Kontexten als Zeichen von Respekt gegenüber dem Zuhörer oder Leser wahrgenommen werden kann. Es zeigt, dass Sie sich Gedanken gemacht haben und bemüht sind, verständlich und präzise zu kommunizieren.

        Was Judo und eine respektvolle Kommunikation miteinander zu tun haben

        Zugegeben, es ist schon einige Tage her. Damals war Judo in meinem Heimatdorf in. Ich hab mich damals auch anstecken lassen. Es reichte nur zum orangenen Gürtel (Stufe 3). Aber es hat gereicht, um vom Sport die Parallele zur respektvollen Kommunikation in Unternehmen herstellen zu können:

        Stellen Sie sich vor, verschiedene Abteilungen in einem Unternehmen sind wie Kämpfer in einem Dojo, dem Trainingsraum für Kampfkunst. Statt sich gegenseitig zu bekämpfen oder Energie in Konflikten zu verschwenden, nutzen sie die Stärken und Ressourcen der anderen Abteilungen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Hat das Marketing-Team eine Idee, die mit den Ressourcen des Produktionsteams nicht direkt umsetzbar ist, wäre eine sinnvolle Vorgehensweise: Suchen wir gemeinsam eine Alternative.

        Dazu braucht es eine offene und respektvolle Kommunikation. Diese gibt’s aus unserer Sicht nur zu folgenden Rahmenbedingungen:

        Es liest sich so einfach. Wir wissen aus diversen Projekten, die wir begleiten dürfen: Der Alltag sieht anders aus. Deshalb begleiten wir Sie gern auf Ihrem Weg – zwar nicht zum Judoka. Aber zu einer Führungskraft mit einer offenen und respektvollen Kommunikation. Gehen wir gemeinsam ins Training. Kontaktieren Sie mich gerne.

        Ob es der Mitarbeiter Ernst meint? Der Zeit-Slot zur Randzeit

        Wer seit mehr als einem Jahrzehnt den Deutschland-Achter begleitet und damit das Flaggschiff des Deutschen Ruderbundes. Wer seit mehr als zwei Jahrzehnten Manager und Vorstände der deutschen Wirtschaft coacht, die hat was zu erzählen. Dr. Annelen Collatz aus Essen gehört zu diesen Menschen. In nur 20 Minuten hat mir die national anerkannte Diplom-Psychologin im Podcast KommunikationsPuls drei Tipps gegeben, die Führungskräfte zur Kommunikation beherzigen sollten.

        Was ich dabei bemerkenswert finde: Alle drei Tipps sind so einfach wie wertvoll. Sie sind konkret wie praktisch. Und damit kann jeder sofort beginnen:

        1. Schaffen und schärfen Sie Ihr Bewusstsein: Wenn Sie ein Mitarbeiter um Rat bittet, hat er das Bedürfnis nach Rat. Ob Sie das als notwendig erachten oder nicht. Wenn der Mitarbeiter das Gefühl hat, über etwas reden zu müssen, können Sie es nicht wegwischen.
        2. Wählen Sie einen Zeit-Slot zur Randzeit: Geben Sie Ihrem Mitarbeiter einen Zeit-Slot zu einer Tagesrand-Zeit. Montags um Sieben, freitags um Fünf. Damit sehen Sie, ob es der Mitarbeiter Ernst meint.
        3. Verstehen Sie, was Ihr Gegenüber meint: Wir glauben sehr häufig, unseren Mitarbeiter verstanden zu haben. Viel zu oft aber haben wir uns missverstanden. Denn Kommunikation ist viel fehleranfälliger als wir alle glauben. Wenden Sie die Methode des Aktiven Zuhörens an.

        Die niederschwelligen Tipps aus der Praxis sind sozusagen die Quintessenz eines 20-minütigen Gesprächs. Dr. Annelen Collatz hat noch viel mehr zu erzählen. Einen Teil davon hören Sie im Podcast KommunikationPuls.