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Echte Führung: Was Philipp Gross anders macht

Was macht eine gute Führungskraft aus? Für Philipp Groß ist die Antwort klar: Charakter, Erfahrung und Erziehung. Der geschäftsführende Gesellschafter von Peter Gross Bau im saarländischen St. Ingbert ist einer von vier Speakern bei New Waves Saar – der Kongress für Personal, Netzwerk und Kommunikation. Im Vorfeld hat er im Podcast „Kommunikation MACHT Einfluss“ Rede und Antwort gestanden. Auszüge daraus:

Schon mit 14 liest Philipp Gross Fachbücher über Erfolg und Führung. Er orientiert sich an Persönlichkeiten, die etwas bewegen. Führung ist für ihn keine Frage des Alters, sondern des Charakters. Als er mit 28 Jahren das Unternehmen übernimmt, fühlt er sich zwar zu jung, aber trotzdem bereit, zu wachsen. Seine Haltung ist klar: Praxis schlägt Theorie. 

„Je schneller man einen Fehler macht, desto mehr Zeit bleibt, ihn zu korrigieren.“

Diese Haltung überträgt er auch auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie dürfen Fehler machen, solange sie Verantwortung dafür übernehmen. Schuldzuweisungen interessieren ihn zunächst nicht. Er ist überzeugt, dass eine gesunde Fehlerkultur die Grundlage für echte Entwicklung bildet. Wer führen will, muss zulassen, dass Menschen eigene Entscheidungen treffen und daraus lernen. 

„Hierarchien fördern Fehler, weil sie Eigenverantwortung hemmen.“

Führen heißt Verantwortung abgeben, nicht Kontrolle ausüben.

Philipp Gross lässt bewusst Verantwortung zu. Vertrauen steht für ihn im Zentrum jeder guten Unternehmenskultur. Für ihn bedeutet Führung nicht, Kontrolle auszuüben oder immer Recht zu haben, sondern Raum für Ideen zu schaffen. Er will, dass am Ende die beste Lösung zählt, unabhängig davon, von wem sie kommt. Oft äußert er seine eigene Meinung erst ganz zum Schluss, um andere Perspektiven nicht zu unterdrücken. Und er fordert aktiv dazu auf, ihm zu widersprechen. 

„Eine offene Widerspruchskultur ist kein Risiko, sondern ein Zeichen von Stärke.“

Genauso konsequent denkt er über Kommunikation nach. In einem Unternehmen mit mehr als  3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann er nicht mit allen direkt sprechen. Aber er sucht den Kontakt, wo immer es geht. Ob auf Baustellen oder bei Weihnachtsfeiern, er will spürbar präsent sein. Gerade im Bau sei persönlicher Austausch entscheidend. Die Menschen merken sofort, ob jemand echt ist. 

„Kommunikation ist keine Strategie zur Einflussnahme, sondern Ausdruck von Echtheit.“

Kultur wächst von innen – und durch neue Impulse von außen

Auch bei der Entwicklung von Führungskräften setzt Philipp Gross auf Klarheit. Etwa zwei Drittel kommen aus dem eigenen Haus. Das ist ideal, weil diese Menschen die Kultur des Unternehmens bereits verinnerlicht haben. Externe bringen hingegen neue Impulse. Beides ist wertvoll. Entscheidend ist für ihn immer der Mensch. Wenn jemand nicht passt, muss man sich schnell trennen. Für ihn ist das kein Scheitern, sondern ein normaler Teil des Führungsalltags. Fehler gehören dazu, wichtig ist nur, dass man sie erkennt und daraus lernt.

„Krise bedeutet Entscheidung, nicht Scheitern.“

Selbst in schwierigen Phasen bleibt Philipp Groß zuversichtlich. Eine Krise ist für ihn kein Ende, sondern ein Wendepunkt. Ab dort geht es entweder nach rechts oder nach links. Manche der besten Entscheidungen im Unternehmen entstehen genau in solchen Momenten.

Führung bedeutet für ihn Nähe, Vertrauen und Entwicklung. Nicht Status, Kontrolle oder Titel. Wer so denkt, verändert nicht nur Teams, sondern die Kultur eines ganzen Unternehmens.

Hier gehts zum Podcast!

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